Moor & More Themenwanderweg Sankt Johann
Moor & More erschließt eine empfindliche Moorlandschaft am Wilden Kaiser mit zwei Erlebniswegen: der Törfchen-Runde bei St. Johann in Tirol und dem Rocky-Weg bei Going. Informationstafeln, Spiel- und Rätselstationen verbinden Bewegung mit Einblicken in Pflanzen, Tiere und Wasserhaushalt des Moores. Für die konkrete Planung sind Route und Untergrund entscheidend: Die Törfchen-Runde eignet sich für Kinderwagen, der Rocky-Weg führt dagegen über Wurzelwege und Waldpfade.
Der Moor & More Themenwanderweg Sankt Johann bringt Spaß in der Natur
Foto: Saskia Epler
Kurzfakten zu Moor & More
- Zwei Wege führen durch die Moorlandschaft: Törfchen-Runde und Rocky-Weg.
- Die Törfchen-Runde startet am Waldspielplatz oder am Törfchen-Parkplatz am Römerweg in St. Johann.
- Der Rocky-Weg beginnt am Wanderstartplatz Hüttling in Going.
- Die Wege sind je nach Schneelage von Mai bis Oktober geöffnet.
- Die Törfchen-Runde ist mit Kinderwagen machbar; der Rocky-Weg ist wegen Wurzelwegen und Waldpfaden nicht kinderwagengeeignet.
Zwei Wege mit unterschiedlichen Startpunkten
Die Törfchen-Runde beginnt am Waldspielplatz oder direkt am Törfchen-Parkplatz am Römerweg in St. Johann in Tirol. Wer am Waldspielplatz startet, geht zunächst etwa 800 Meter auf einer Asphaltstraße und durch ein kleines Waldstück zum Parkplatz. Nach dem Steg über den Rettenbach führt ein Barfußweg weiter; anschließend folgt die Strecke Forstwegen und der Beschilderung mit der Moorelfe Törfchen. Die leichte Steigung und die Schotterpassagen lassen sich mit Kinderwagen und etwas Muskelkraft bewältigen.
Spielstationen und Rätsel liegen entlang des Weges, darunter Affenschaukel, Baumhaus und ein Holzsteg mit Blick ins Moor. Eine Station am Ende der Runde ist zwischen Sträuchern und Bäumen verborgen. Der nahe Waldspielplatz bietet danach Rutschen, Schaukeln, Kletter- und Balanciermöglichkeiten. Der Rocky-Weg beginnt dagegen am gebührenpflichtigen Wanderstartplatz Hüttling oberhalb des Goinger Badesees. Er führt über Forstwege, Waldpfade, Wurzeln und Stege; ab den letzten Stationen ist derselbe Weg zurück zum Ausgangspunkt vorgesehen.
Moorboden, Wasser und besondere Arten
Die Moorflächen am Wilden Kaiser bestehen aus mehreren Teilräumen, darunter Hüttlmoos, Windwehenmoos und Steinbichlwaldmoor. Sie sind Relikte der letzten Eiszeit und enthalten ein Mosaik feuchter Lebensräume. Schwarzerlen, Moorbirken und Faulbäume stehen neben Wollgras- und Seggenbeständen. Fieberklee und die gefährdete Sumpf-Calla gehören zu den Pflanzen, die in diesem besonderen Standortgefüge vorkommen. Im Frühsommer prägen die weißen Wollgrasblüten das Bild der Moorflächen.
Torfmoose speichern Wasser; abgestorbene Pflanzenteile tragen zur Torfbildung bei. Intakte Moore nehmen große Wassermengen auf und geben sie zeitverzögert wieder ab. So können sie Hochwasserspitzen nach Starkregen abmildern. Kohlenstoff bleibt durch die langsame Zersetzung abgestorbener Pflanzenreste im Torf gebunden. Die Moorlandschaft ist zugleich Lebensraum für Libellen, Schmetterlinge und Vögel. Am Hüttlmoos kommt außerdem die Gelbbauchunke vor. Informationstafeln und Naturstationen machen diese Zusammenhänge entlang der Wege anschaulich.
Route nach Kinderwagen und Gehkomfort auswählen
Der Rocky-Weg eignet sich für gehgeübte Kinder ab fünf Jahren. Nach einem strengen Winter kann der Aufbau einzelner Stationen später erfolgen.
Die Moor-&-More-Wege selbst bieten eigenständige Rätsel-, Spiel- und Naturstationen. Für einen weiterführenden Ausflug lässt sich der Aufenthalt mit einem Besuch in Sankt Johann in Tirol verbinden. Kirchdorf in Tirol erschließt einen anderen Teil des Bezirks Kitzbühel; die Übersicht Kinder erleben Tirol bündelt weitere passende Familienziele.
Häufige Fragen zu Moor & More
Wo finden Familien Toiletten entlang der Erlebniswege?
Toiletten gibt es am Waldspielplatz und am Hüttling. Diese Punkte bieten sich für die Pausenplanung an.
Wie funktionieren die Rätselstationen?
Eine Rätselbroschüre begleitet die Runde zu Stanzstationen. Familien erhalten die Broschüre in den Informationsbüros der Region.
Saskia Epler